Ich hatte gerade eine Unterhaltung via identi.ca über meine Fedora Anfänge. Da sich das aber schlecht in 140 Zeichen pressen lässt, will ich nochmal hier ausführlicher darauf zurück kommen. Vielleicht findet es der eine oder andere ja interessant.
Als ich meinen ersten Kontakt mit Fedora hatte, war ich eigentlich glücklicher ubuntu User. Ich glaub, ich war sogar Mitglied beim ubuntuusers.de-Team. Kann auch sein, dass das erst später kam. So genau kann ich mich nicht erinnern. (/edit: march hat offenbar ein besseres Gedächtnis als ich: Ich war damals im Ikhayateam. Danke für den Hinweis.) Ich war also mehr oder weniger glücklich mit der Distribution meiner Wahl. Allerdings war ich auch neugierig, was andere Distributionen denn so anders machten. Ich war noch relativ neu in der Linux-Welt und so ganz klar, dass die alle auch nur mit Wasser kochen, war mir das noch nicht.
Also war der Plan schnell gefasst: Eine Partition zu testen sollte her. Ich wollte ja eigentlich nicht wechseln, zumindest hatte ich das nicht vor.
Aber welche Distribution? Es gibt ja nicht gerade wenige und mir fehlte (und fehlt) die Zeit jede zu testen. Also überlegte ich mir ein paar Auswahlkriterien.
Es sollte für den Anfang eine der sogenannten Major-Distributionen werden. Die haben (meist) den Vorteil, dass sie über große Repositories verfügen und man muss nicht alles aus den Quellcodes backen. Worauf ich damals keine Lust hatte. Wie gesagt, ich war noch relativ neu in der Linux-Welt. Ein weiterer Vorteil, so dachte ich mir, sei, dass diese Distributionen eine große und aktive Community haben. Das war mir wichtig, damit ich zur Not Fragen stellen konnte und auch eine Antwort bekommen würde.
Und ich wollte eine Distribution, die RPM Pakete einsetzt. Nicht weil ich debian Pakete doof fand, sondern weil ich es schlicht ausprobieren wollte. So blieben im Prinzip nur openSUSE und Fedora. Aber openSUSE wollte ich nicht. Ich hatte schon bevor ich ubuntu einsetzte unschöne Erfahrungen mit openSUSE gemacht. Bevor mich jemand schlägt: Ja, es war mein Fehler, nicht der von openSUSE. Trotzdem wollte ich kein openSUSE. Das schien (und scheint) nicht zu mir zu passen.
Blieb nur noch Fedora. Und nachdem ich mich ein wenig „schlau“ gelesen hatte (das deutsche Fedorawiki hat einen schönen Vergleichsartikel), ging es dann auch los.
Die damals vorliegende Version hieß Fedora 9 „Sulphur“. Ist also schon eine kleine Ewigkeit her. Und die Hälfte von dem, was unter ubuntu funktionierte, lief unter Fedora nicht oder nicht so, wie ich es erwartet hatte. Und natürlich lief mein blöder Broadcom-WLAN-Chip nicht. Aber das Problem hatte ich erwartet und wusste, was ich tun musste. Stichwort: rpmfusion. Und Fedora machte unter der Haube einiges anders als ubuntu. Und das gefiel mir. Fedora machte das nicht besser, sondern anders. Besonders angetan hatte es mir die Ausgabe von yum. Yum listet Pakete in einer schnieken Tabelle auf, während apt-get optisch gesehen die raus rotzt. Das stört mich heute noch.
Wirklich vermisst habe ich nur die apt-get Option ‘autoremove’. Das yum PlugIn remove-with-leaves war nur ein schwacher Ersatz. Um so glücklicher war ich als die Option „clean_requirements_on_remove“ eingeführt wurde. Das funktioniert im Prinzip genauso wie ein ‘apt-get autoremove’, nur dass man es nicht extra ausführen muss.
Fedora wirkte auf mich ein ganzes Ende rustikaler als ubuntu. Aber ich fand das gut. Und als dann Fedora 10 erschien, entschied ich mich von ubuntu zu verabschieden und Fedora als Hauptsystem einzusetzen. Und dabei bin ich bis Heute geblieben.
P.S.: Ich hab noch einen Screenshot von Fedora 9 gefunden. Das sieht so gruselig aus, dass ich wundere, wie ich es geschafft habe zu wechseln. Wahrscheinlich sah ubuntu auch nicht besser aus. ;)

