Vom Leitwolf und der allwissenden Müllhalde

„Ich glaube fest daran, dass wir vielleicht noch eine Chance haben.“
Ottmar Hitzfeld

Es sind aufregende Worte Monate für Freunde Enthusiasten von und für Betriebssysteme aller Couleur. Schließlich hat alles, was Rang und Namen hat, eine neue Version des eigenen Betriebssystems herausgebracht. Canonical hat Ubuntu 9.10 „Karmic Koala“ veröffentlicht, Novell openSUSE 11.2 , Red Hat Fedora 12 „Constantine“ und der Monopolist Windows 7. Was? Windows 7? Ja, Windows 7.

Der Leitwolf

Schließlich haben die Redmonder diese neue Version für eigene Verhältnisse ziemlich zügig auf den Markt gebracht. Und es ist ein offenes Geheimnis, dass Windows 7 die bessere Version des Vorgängers Vista ist und keine Neuentwicklung. Spötter behaupten gar, 7 sei nur das neueste Service Pack für Vista. Aber warum so schnell? Ja, schon fast hastig? Nun , die Konkurrenz, die Jungwölfe, spürte, dass der Leitwolf schwächelt. Und wie junge Wölfe, allen voran Canonical und Google, so sind, fordern sie das Alphatier beim kleinsten Anzeichen von Schwäche (lies: Vista) heraus.

ChromeOS

Der Jüngste unter den Herausforderern ist Google, im Usenet liebevoll „die allwissende Müllhalde“ genannt.

Googles neues System ist gerade erschienen. Es muss etwas an Besonderes an ChromeOS, in Analogie zum Chrome Browser, sein, denn die sog. Blogosphäre schreibt sich die Finger wund und das Internet quillt über vor Gerüchten und echten Informationen. Zwei Dinge sind es hauptsächlich:
1. Es ist das Betriebssystem von Google. Und die allwissende Müllhalde ist wahrscheinlich die, dem Endverbraucher, bekannteste Softwarefirma. Nachdem dem Redmonder, versteht sich. Und da greift die alt bekannte Kundenlogik: bekannte (und erfolgreiche) Firma = gutes Produkt. Alleine dieser Punkt dürfte Google einen guten Marketingbonus geben. In Kombination mit gescheiter PR vielleicht sogar den einen oder anderen Prozentpunkt Marktanteil.
Natürlich kann die allwissende Müllhalde nicht ein 08/15 Betriebssystem veröffentlichen. Nein, es muss, und das ist der zweite Punkt, etwas neues sein, etwas innovatives. Und das Unternehmen hat ein Problem: So ein Betriebssystem braucht auch Software, die man benutzen kann. Google hat solche Software, allerdings nur online. Nun folgt der eigentliche Trick: Man macht aus der Not eine Tugend. In dem man den hauseigenen Browser Chrome zum Kernstück des Systems gemacht wird, sind die vielen Online-Anwendungen für die Benutzer verfügbar. Und wenn die Müllhalde es schafft, den Benutzer klar zumachen, dass Online-Anwendungen ein Vorteil und kein Nachteil sind, dann stehen die Chancen gut, nennenswerte Marktanteile Bill Gates‘ ehemaligen Garagenunternehmen ab zuknöpfen. Zumindest der Zeitpunkt scheint günstig: Selten waren die Benutzer eher bereit das Betriebssystem zu wechseln.

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