Foward ever, backward never!

„„Adduktoren“ … Wenn ich sowas schon höre! „Adduktoren!“ Sowas gab es bei uns noch gar nicht. Die wurden erst nach meiner Zeit erfunden.“
Max Lorenz (ehemaliger Fussballspieler bei Werder Bremen)

Am 17. November erschien die neue Version von Fedora. Die Version hört auf den Codenamen „Constantine“ und trägt die Nummer 12. Die Community hat viel und schwer gearbeitet, um zumindest eine Tradition zu wahren: Fedora 12 kam, wie die meisten Releases, wieder einmal zu spät. Dafür gibt es einen Haufen neuer Technik, die in Constantine eingebaut wurde.

Fedora pflegt seine Traditionen

360 Seiten umfassen die Release Notes, oder anders ausgedrückt: Die CDs bzw. die DVD sind picke packe voll. So erhielt SELinux eine Erweiterung, um eine sog. Sandbox für Anwendungen bilden zu können. Frisch aus der Taufe gehoben wurde das OpenSharedRoot Project. Das macht das, was der Name vermuten lässt. Verschiedene Linux-Installationen können damit dieselbe root-Partition benutzen. Und das sind nur 2 Beispiele, die zeigen, dass Fedora (mal wieder) Techniken einbaut, die bei anderen Distributionen erst in den kommenden Releases dabei sein werden.

„bleeding“ oder „leading edge“?

Fedora legt also zum wiederholten Mal die Messlatte für Innovationen sehr hoch. Für Eingeweihte keine besondere Überraschung, schließlich entwickelt (und testet) hier der Linux-Riese Red Hat. Die Community nennt Distributionen, die an vorderster Softwarefront sind, gerne „cutting edge“. Und als Steigerung „bleeding edge“, wenn ausgedrückt werden soll, dass hier wenig (manchmal auch keine) Rücksicht auf Stabilität genommen wird.
Unter Linux-Nutzer, vor allem unter Neueinsteigern, ein beliebtes Spiel ist, darüber zu diskutieren, welche Distribution am ehesten das Prädikat „bleeding edge“ verdient. Gerne genannt werden dabei Sidux und Arch. Und mit was? Mit Recht! Schließlich haben Beide stets neueste Software an Bord. Sind diese Distributionen nun aktueller als Fedora? Ein klares jein! Beide haben zwar zügig das neueste KDE, GNOME oder andere Software, aber die neue Technologie hat dann doch Fedora. Oder wie es jemand im deutschen Fedora-Forum schrieb: „Fedora ist nicht bleeding edge sondern leading edge.“

Jammern auf hohen Niveau

Leider hat das Benutzen von Fedora einen leicht faden Beigeschmack. Durch den konsequenten Einsatz neuer Techniken muss man fast immer ein halbes Jahr warten, bis man fremddistributieren kann, ohne auf den gewohnten Luxus verzichten zu müssen.Hört sich nach jammern auf hohen Niveau an, kann aber entscheidend und/oder nervend sein. Wer, als Beispiel, mit Fedora 11 auf ext4 umgestellt hat, durfte beim erneuten Wechsel die home-Partition meist neu formatieren. Klar, das ist kein Weltuntergang, aber trotzdem nervig.
So wird Fedora zur indirekten Falle für alle Entwicklungsjunkies.

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