Fremdschämen für die FSF, jetzt auch auf Deutsch!

‚Sich schämen‘ bedeutet eigentlich sich Bewusst zu werden, dass man eine Peinlichkeit begangen hat oder man durch unehrenhafte, unanständige oder erfolglose Handlungen den sozialen Erwartungen oder Normen nicht entsprochen hat (Quelle: Wikipedia). Fremdschämen ist eine relativ neue umgangssprachliche Wortkreation. Man möchte damit ausdrücken, dass eine Tat eines Fremden so drastisch war, dass man sich schämen möchte, obwohl man die entsprechende Person gar nicht kennt und womöglich keinerlei Kontakte zu ihr hat.
So weit, so klar! Und wie schämt man sich für die FSF, die Free Software Foundation, fremd? Nun, man nehme eine mittelmäßige Werbekampagne von den Redmondern für ihren neuen Versuch ein Betriebssystem darzustellen (aktuell ist das unter dem Codenamen „7” bekannt), eine Organisation, die sich für freie Software einsetzt und anscheinend nichts besseres zu tun hat als gegen Redmond zu sticheln und dann warte man ein paar Tage.
Und was kommt heraus? Eine Gegenkampagne, die auf dem Gedankenspiel „Windows 7 – 7 Todsünden” aufbaut. Ja, das ist so schlecht, wie es sich anhört. Es ist nicht nur schlecht, es ist peinlich. Was haben sich die Jungs und Mädels dabei gedacht? Das sei eine geniale und kreative Idee? Es ist diese gedankliche Verbindung von Open/Closed Source Software und Religion. Software, ganz egal wie und mit welcher Intention hergestellt, hat doch nichts religiöses, nicht mal ansatzweise. Wie lange müssen da die Köpfe geraucht haben, damit man auf so was dämliches wie „Windows7Sins” kommt? Und wie verzweifelt? Denn das ist das einzige, das hier für Außen stehende wirklich vermittelt wird: Die FSF ist in die Enge getrieben und weiß sich nicht mehr anders zu helfen, als mit mittelalterlichen Begriffen um sich zu werfen. Christliche Fundamentalisten haben eine ähnliche Wortwahl. Und dass die FSF zumindest einige Fundamentalisten in ihren Reihen hat, sollte langsam auch dem letzten Open Source Begeistertem klar werden.

Der Höhepunkt der Peinlichkeit

Vielleicht möchte irgendwer denen erklären, dass Fundamentalisten, egal ob Taliban, Vatikan, RAF oder FSF, die sog. Masse noch nie zu irgendwas überreden oder gar überzeugen konnte. Und schon gar nicht, wenn man auf ein- und derselbe Seite Kaufsoftware a lá Redmond verteufelt und gleichzeitig nach Geld bettelt. Aber es ist ja für einen guten Zweck. So ähnlich argumentieren die Zeugen Jehovas auch.
Nun ist diese „Gegenkampagne” ja schon länger auf dem Marktplatz der Peinlichkeiten. Aber nun gibt es das auch noch auf Deutsch. Und die deutsch-sprachigen FSF-Jünger hinterlassen überall im schönen, neuen Web einen Link. Sie twittern, identen und bloggen was das Zeug hält. Da fragt man sich, was peinlicher ist: Das posten eines Fotos vom letzten Flatrate-Saufen oder so ein Link? Darf sich jeder selbst überlegen, wie ein Link zu de.windows7sins.org auf nicht-Nerds (lies: Normalos) wirkt.

Advertisements