Die Frage nach btrfs, Fedora und dem ganzen Rest

„It’s called Butter FS or B-tree FS, but all the cool kids say Butter FS“
Valerie Henson

Wieviele Dateisysteme gibt es für Linux? Dem geneigten Umsteiger dürfte die Antwort wohl am leichtesten fallen: „Zu viele!“. Da gibt es die Klassiker der ext-Familie: 2, 3 und 4. Dann noch ReiserFS und Reiser4. Gar nicht zu sprechen von den Dateisystemen fremder Betriebssysteme, die Linux aber unterstützt wie FAT16/32, NTFS, XFS, etc.. Der Geneigte hat also genügend Auswahl. Das neueste Mitglied dieser illustren Gruppe ist btrfs. Was kann also btrfs, was andere Dateisysteme nicht können? Und wie sieht es mit der Unterstützung unter Fedora aus?

btrfs: Die Vorteile

Fangen wir mit ein paar Grundinformationen zu btrfs an. Es ist eine Entwicklung aus dem Hause Oracle und steht für B-Tree FS oder Butter FS. Die Veröffentlichung erfolgte Anno Domini 2007. btrfs unterstützt natürlich die Rechteverwaltung, die erweiterte Access Control List (ACL) und Journaling. Die einzelnen Dateien dürfen ebenso wie die Partitionen dürfen ein maximale Größe von 16 EiB haben, wobei Dateinamen nicht länger als die üblichen 255 Bytes sein dürfen und weder das Nullzeichen noch den / enthalten dürfen. Soweit also zu den Standardübungen eines brauchbaren Dateisystems.
Aber btrfs wäre nicht der neue, aufgehende Stern, wenn es nicht noch mehr könnte. Womit wir auch schon bei den Vorteilen wären. btrfs bietet eine Funktion zur Erstellung von snapshots an. Um die Datensicherheit weiter zu erhöhen, bringt das Dateisystem noch ein integriertes, inkrementelles Backup mit. Natürlich geht ein vernüftiges Backup nicht ohne ein Prüfsummen-Funktion, aber keine Panik auch das bietet btrfs. Und als Sahnehäubchen: ein integriertes RAID-System, das die RAID 0, RAID 1 und RAID 10 unterstützt.

btrfs: Die Nachteile

Ein altes Sprichwort sagt: „Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten.“. Und die Schattenseite von btrfs ist, dass es sich noch in der Entwicklung befindet. btrfs hat noch Bugs und Bugs bei einem Dateisystem bedeuten meistens schlechte Nachrichten für den Benutzer. So kann auf Grund eines Bugs Fragmentierung auftreten und damit die Partition schneller füllen, als sie müsste. Aber das wäre ja noch ein geringeres Problem. Der schnöde Verlust von Daten ist da schon problematischer. Daher sind selbst progressive Entwickler meist etwas vorsichtiger, was den Einsatz von Dateisystemen, die sich in Entwicklung befinden, angeht. Butter FS scheint jedoch aus den gröbsten Nachwehen eines initial-releases raus zu sein. So weit sogar, dass sowohl ubuntu als auch Fedora überlegen, btrfs als Standarddateisystem in mittlerer Zukunft zu übernehmen.

Die Vergangenheit von btrfs in Fedora

Fedora versucht seit jeher Wegweiser bei neuen Technologien zu sein. So überrascht es natürlich nicht, das Fedora bereits in der Version 11 eine Möglichkeit vorsah Butter FS zu benutzen. Die Option war noch versteckt und sie zu aktivieren erinnerte mehr an einen Cheat-Code: ‚icantbelieveitsnotbtr‘ hieß der Eintrag für Anaconda. Aber danach stand btrfs bei der Partitionierung zur Verfügung. Allerdings benötigte man noch eine seperate ‚/boot‘-Partition, da grub-legacy nicht in der war (und auch wohl nie sein wird, da die Entwicklung eingestellt ist) von einer btrfs-Partition zu booten.
Mit Fedora 13 wurde der Cheat-Code durch den Begriff ‚btrfs‘ ersetzt. Außerdem konnte man nun über ein yum-Plugin ein Rollback machen. Leider war die Ausführung noch etwas kniffelig, da diese Aufgabe Palimpsest übernehmen sollte, nur war Palimpsest zur Veröffentlichung von Fedora 13 noch nicht so ausgereift wie gewünscht. So blieb dem User nur der Weg über das grub Menü.

Zukunft

Da sich im Bezug auf btrfs bei Fedora 14 nicht viel getan hat, springen wir gleich in die Zukunft. Was erwartet uns da? Nun, in Fedora 15 soll die Installationsoption ‚btrfs‘ entfernt werden. Anaconda wird dann standadmäßig btrfs anbieten können. Dazu soll, laut Red Hat Entwickler Josef Bacik ein Patch für Grub2 kommen, der es ermöglicht von btrfs-Partitionen zu booten. Laut diesen Einträgen auf ubuntuusers.de soll der Grub2-Patch aber schon fertig sein.
Der sich ergebende Status soll dann für 2 Releases gehalten werden und dann wäre es durchaus möglich, dass Butter FS zum Standarddateisystem von Fedora wird. Oder wie es Rahul Sundaram schreibt: „The future is butter and it is better.“

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