Der eigene Cinnamon-Nachbau in 5 Minuten

Ausgangspunkt ist eine Linux-Distribution der eigenen Wahl (hier Fedora 17) und eine frisch installierte, d.h.: ohne Extensions, Gnome-Shell 3.4 (hier simuliert durch einen neuen Benutzer). Es wird keine perfekt Kopie, aber wir kommen Cinnamon kuschelig nahe.
Und los geht’s:

01. Gnome-Tweak-Tool installieren

Das ~ gibt es in jeder Paketverwaltung, die die Shell beinhaltet. Es ist auf gewohnten Wege zu installieren. Vorteil: Fedora 17 kommt die Extension user-theme gleich mit auf die Platte.

02. Statische Arbeitsflächen

Gnome-Tweak-Tool starten -> Shell -> Dynamic Workspaces -> off & Anzahl festlegen

03. Dualmonitoring anpassen (optional)

Für Benutzer mehrere Monitore: Gnome-Tweak-Tool -> Shell -> Workspaces only on primary monitor -> off

04. Extension: Axe Menu

Für den Cinnamon-typischen Menü-Button.

05. Extension: No Top Left Corner

Deaktiviert die obere, linke Ecke. Wenn das bei euch (wie bei mir) nicht funktioniert: Hot-Corn-Dog hat bei mir den gewünschten Effekt.

06. Extension: Panel-Settings

Panel über die Einstellungen nach unten verlegen.

07. Extension: Show Desktop Button

Darf natürlich nicht fehlen.

08. Extension: Frippery Panel Favorites

Zeigt die Verknüpfungen aus dem Dock im Overview an.

09. Extension: Windows Alt Tab

Stellt das gewohnte alt-tab-Verhalten her.

10. Extension: Windows Scale In

Für cinnamon-typisches bling-bling. Alternativ: Slide In oder Rotate In

11. Extension: Frippery Move Clock

Schiebt die Uhr nach rechts.

12. Extension: Window List

Zeigt einem alle Anwendungen einer Arbeitsfläche im Panel. Leider wird die Preview-Funktion grundsätzlich unterhalb des Panel angezeigt, was in unserem Fall doch eher nutzlos ist.

13. Extension: Workspace Indicator/Workspaces Menu

Da die Extension Workspaces Menu momentan nicht verfügbar ist, müssen wir auf die Indicator Extension ausweichen. Ist ja nicht so, dass wir keine Auswahl haben.

14. Extension: Remove Accessibility Icon (optional)

Für diejenigen unter uns, die körperlich keine Beschränkung bei der Benutzung von PCs haben.

15. Extension: Quit Button

Da es leider kein Update zur NoIM-Extension gibt, können wir die nicht nutzen. Wir nutzen stattdessen ‚Quit Button‘, um die Sprechblase + Namen in einen schönen Ausschalter zu verwandeln. Alternativ: Icon Hider Auf kosten eines Icons spart man sich die Schritte 14 & 16.

16. Extension: Alternative Status Menu

Klassiker: Ersetzt den ‚Bereitschaft‘-Eintrag im IM-Menü (unser Quit Button) durch die Punkte Bereitschaft, Ruhezustand und Ausschalten.

17. Bonus-Runde: Cinnamon Theme

Wir laden uns von der Cinnamon-Themes-Seite ein Theme runter, entpacken es nach ~/.themes/ (Verzeichnis erstellen, falls nicht vorhanden).
Jetzt noch innerhalb des Theme-Verzeichnisses das Verzeichnis cinnamon in gnome-shell umbenennen und die cinnamon.css in gnome-shell.css, schon steht uns ein neues Theme zur Verfügung.

Fertig!
Warnung: Diese Anleitung zeigt nur, dass es geht und nicht das es stabil ist. Use it at your own risk.

Fedora Trickkiste: yum-pinning

Ab und zu kommt es vor, dass man ein Paket in einer bestimmten Version halten möchte. In meinem aktuellen Fall ist es Gwibber, dass in der aktuellen nicht korrekt funktioniert. Mir ist es unmöglich Tweets zu schreiben oder die Timeline manuell zu aktualisieren. Der Bug ist gemeldet und die nächste Version, die das Problem behebt, ist bereits in Rawhide/Branched. Als vorübergehende Lösung entschied ich mich, ein Downgrade durchzuführen und die Version festzupinnen.
Unter debian und Ableger gibt es das sogenannte apt-pinning. Aber unter Fedora? Ja, auch hier gibt es das!
Damit man ein Paket, hier Gwibber, auf eine bestimmte Version festpinnen kann, braucht man das Plugin Versionlock. Da es sich in den Paketquellen befindet, reicht ein:

~# yum install yum-plugin-versionlock

Jetzt muss nur noch in der /etc/yum/plugins.d/versionlock.list das Paket (inkl. Version) eingetragen werden. Also in diesem Fall:
gwibber-3.1.0-2.fc16
Fertig! Ab jetzt zeigt euch yum keine Updates für die eingetragenen Pakete. Bei mir sieht das so aus:

~$ yum check-update
Geladene Plugins: auto-update-debuginfo, changelog, fastestmirror, langpacks, presto, versionlock
Loading mirror speeds from cached hostfile
* fedora: mirror.de.leaseweb.net
* rpmfusion-free: mirror.de.leaseweb.net
* rpmfusion-free-updates: mirror.de.leaseweb.net
* rpmfusion-nonfree: mirror.de.leaseweb.net
* rpmfusion-nonfree-updates: mirror.de.leaseweb.net
* updates: fedora.tu-chemnitz.de
~$

Nun stehe ich natürlich vor dem Problem, dass ich nicht sehe, wann die nächste Version von Gwibber als Update bereit steht. Ich könnte natürlich immer auf Koji nachgucken, ob es soweit ist. Aber das ist nicht sehr praktisch. Und genau dafür hat yum den Schalter ‚disableplugin‘ mit dem man ein oder mehrere Plugins für einen Aufruf deaktivieren kann. In der Praxis sieht das dann so aus:

~$ yum check-update --disableplugin=versionlock
Geladene Plugins: auto-update-debuginfo, changelog, fastestmirror, langpacks, presto
Loading mirror speeds from cached hostfile
* fedora: mirror.de.leaseweb.net
* rpmfusion-free: mirror.de.leaseweb.net
* rpmfusion-free-updates: mirror.de.leaseweb.net
* rpmfusion-nonfree: mirror.de.leaseweb.net
* rpmfusion-nonfree-updates: mirror.de.leaseweb.net
* updates: fedora.tu-chemnitz.de

gwibber.noarch 1:3.1.0-4.fc16 updates
~$

Und völlig korrekt zeigt mir yum das nicht funktionierende Update für Gwibber an. Nächster Schritt wäre jetzt ein passender Cronjob, damit das nicht mehr selber machen muss. Aber das hat ja nur noch peripher etwas mit dem Versionlock zu tun…

Quelle: Fedora Documentation – Software Managment (engl.)

Clementine

tl;dnr: Clementine ist der beste Musikplayer. ->HP ->Download ->Screenshots

Ich war seit längerem auf der Suche nach einem geeigneten (grafischen) Musikprogramm. Auslöser für meine Suche war das Release von Gnome 3.0. Mein damaliges Programm, Exaile, integrierte sich nämlich nicht mehr so prickelnd in den neuen Desktop.Das Musikprogramm Clementine Nein, eigentlich wirkte Exaile wie ein Fremdkörper. Der hauseigene Player machte vor, wie es sein sollte: Rhythmbox nutzt konsequent die Möglichkeiten des Benachrichtigungssystems von Gnome3. Im Gegensatz zu früher bietet das eine Möglichkeit zur Interaktion. Ich fand und finde das super.

Leider versagt Rhythmbox ansonsten auf nahezu jede erdenkliche Art. Daher war ein Umstieg nicht der Plan. Nach einer langen und verwirrenden Reihe von Testinstallationen gelangte ich dann zu meinem neuen Musikprogramm: Clementine.
Clementine ist ein Fork von Amarok 1.4. Nach der Version 1.4 wurde Amarok wegen des KDE4-Desktops general überholt. Und wie das so ist: Das gefällt nicht immer allen. Und so kam es zu Fork. Für mich aus 2 Gründen ein Segen:

  1. Ist für mich, als Gnome-User, Amarok 2.X ein Non-Go, weil man sich den halben KDE Desktop als Abhängigkeit ins Haus holt.
  2. Fand ich Amarok 1.4 super, Amarok 2.X find ich aber doof!

Ich hatte mir schon mal vor einem Jahr Clementine angeguckt, war ein bisschen enttäuscht und entschied, dass das Ding noch nicht so weit war. Darüber vergaß ich Clementine. Nun hab ich Clementine für mich wiederentdeckt und muss sagen: Jepp, das Ding ist jetzt noch geiler als es Amarok für mich jemals war!
Folgenden Funktionen bietet Clementine:

  • Durchsuchen und Abspielen Ihrer lokalen Musiksammlung.
  • Internetradio von Spotify, Grooveshark, Last.fm, SomaFM, Magnatune, Jamendo, SKY.fm und Digitally Imported, und Icecast.
  • Erstellen intelligenter sowie dynamischer Wiedergabelisten.
  • Wiedergabelisten mit Tabs, Im- und Exportieren von M3U, XSPF, PLS und ASX.
  • Unterstützung für Cuesheets.
  • Abspielen von Audio-CDs.
  • Visualisierungen von projectM.
  • Liedtexte sowie Biografien und Fotos der Künstler.
  • Konvertieren von Musik in die Formate MP3, Ogg Vorbis, Ogg Speex, FLAC oder AAC.
  • Bearbeiten der Metadaten von MP3- und OGG-Dateien, Organisieren Ihrer Musik.
  • Abrufen fehlender Tags von MusicBrainz.
  • Fehlende Albencover von Last.fm und Amazon herunterladen.
  • Plattformübergreifend – funktioniert unter Windows, Mac OS X und Linux.
  • Native Desktopbenachrichtigungen unter Linux (libnotify) und Mac OS X (Growl).
  • Fernsteuerung mittels Wii-Fernbedienung, MPRIS oder Befehlszeile.
  • Kopieren von Musik auf Ihren iPod, iPhone, MTP- oder USB-Massenspeicher.
  • Warteschlangenverwaltung.

(Diese Liste ist dreistes Ausnutzen der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-SA der Clementine HP. Man könnte auch von stumpfen copy+paste reden.)

Wer Clementine ausprobieren möchte: Den Player gibt es in jeder gut sortierten Paketverwaltung, als direct download oder man backt sich das Ding einfach selber.

P.S.: Clementine unterstützt zwar nicht von Haus aus das Gnome Benachrichtigungssystem aber über die Gnome-Shell-Extension „Music Integration“ klappt’s dann wieder.