Rawhide!

Keep movin‘, movin‘, movin‘
Though their disapprovin‘
— Rawhide Theme Song

Anfangs des Jahres fand, wie beschrieben, die Umstrukturierung innerhalb Rawhides statt. Nun ist das Endes des Jahres erreicht und 2 neue Version von Fedora haben das Licht der Welt erblickt. Es gab also genügen Zeit, die Repo-Struktur zu testen und die Dokumentation aufholen zu lassen. Ein guter Zeitpunkt sich einen Überblick zu verschaffen.
Es gibt zumindest theoretisch 2 Entwicklungszweige. Der eine hört auf den flauschigen Namen „Branched“ und der andere auf den schon bekannten Namen „Rawhide“.

Branched

Das hier ist der Teil des Entwicklungszweiges, der in naher Zukunft die nächste Fedora-Version werden soll. Gebildet wird dieser Bereich aus dem Rawhide Zweig. Dafür wird der Rawhide Zweig zu dem Zeitpunkt eines alpha Releases eingefroren und nach Branched verschoben. Ab hier werden dann weniger neue Paket-Versionen eingespielt als Bugs gefixt. Das Ziel von ist ja eine stabile, neue Version von Fedora auf den Markt zu bringen. Aus diesem Grund wird auch Branched jenen Usern empfohlen, die eben keine Entwickler sind, aber trotzdem einen testenden Blick auf die zukünftige Version werfen wollen.
Es gibt verschiedene Wege auf Branched zu upgraden. Wer die volle Übersicht möchte, werfe einen gezielten Blick ins fedoraproject-Wiki. Hier ist ’nur‘ der Konsolen-Befehl, um von der aktuellen Fedora-Version (aka 14 „Laughlin“) zu Branched zu kommen:
~]# yum --releasever=15 --disablerepo=updates --enablerepo=updates-testing upgrade
Hinweis: Das funktioniert natürlich nur, wenn es auch eine Testversion gibt. Zum jetzigen Zeitpunkt. Gibt’s das nicht, daher wird der Versuch auf Branched zu upgraden unweigerlich scheitern. Sobald sich das ändert, gibt’s hier ein Update, also aktiviert eure rss-reader

P.S.: Das letzte Wort zum flauschigen Branched hat die kleine Agnes aus „Ich – einfach unverbesserlich“

Rawhide

Wie der Name schon andeutet, gibt es hier das rohe Zeug. Die Pakete, die hier als ’normales‘ update eintrudeln, sind wenig bis gar nicht getestet, dafür ziemlich aktuell. Im Vergleich zu vergangenen Zeiten, in denen Rawhide der einzige Entwicklungszweig war, ändert sich wenig. Das Tempo der Upgrades ist ein klein wenig höher. Außerdem, und das ist wahrscheinlich die wichtigste Neuerung, wird Rawhide nicht mehr in den einzelnen Stadien einer Version (alpha, beta, Release Candidate) eingefroren. Damit ist Rawhide de facto ein Rolling Release (Pharisäer, Sophisten und ähnliche Zeitgenossen beachten bitte das ‚de facto‘), allerdings dürfte Rawhide zu instabil für einen langfristigen Einsatz sein.
Auch hier gibt es wieder mehrere Wege zum Ziel, als Rawhide, zu kommen und auch hier hilft der gezielte Blick ins fedoraproject-Wiki. Hier gibt es exemplarisch den gewohnten Weg über die Konsole einer existierenden Fedora Installation:
~]# yum install fedora-release-rawhide
~]# yum --disablerepo=* --enablerepo=rawhide upgrade

Hinweis: Zitat: „This method is available but not recommended for anyone except the bravest testers. Anaconda can make changes that are outside of the ability for the packaging system to handle. (…) Remember that Rawhide installations in general may need to be wiped and re-installed from scratch at any time.“ Ihr wurdet gewarnt…

Ein paar Worte zum Schluss

So, nachdem ihr wahrscheinlich die letzten beiden Befehle per copy/paste in eure Konsole geschmissen habt und das Upgrade schon läuft, hier noch ein paar Hinweise:

  • Der Autor übernimmt keinerlei Haftung für beschädigte Hard- und/oder Software oder vergewaltigte Meerschweinchen.
  • Habt immer ein Backup. Besser 2.
  • Habt immer ein stabiles System in der Hinterhand (Nein, Redmonds 7 gehört nicht dazu!). Igby empfiehlt hier CentOS oder Debian stable.
  • Habt Spaß!

Euer Igby