Goodbye HAL!

Nun ist es soweit: Fedora verabschiedet sich mit der Version 15 endgültig vom Hardware Abstraction Layer, kurz HAL. Dies verkündete Richard Hughes auf der entsprechenden Entwickler-Mailing-Liste. udev soll die Aufgaben ab sofort übernehmen.
HAL hatte (und hat) die Aufgabe, für Anwendungen ein Interface für die benötigte Hardware bereit zustellen. Mit einer solchen Abstraktionsschicht ist es, z.B.: für das Musikprogramm Rhythmbox egal, welche Soundkarte wirklich verbaut ist, Hauptsache es ist eine vorhanden.Das udev Logo Ob diese Soundkarte nun über in einem PCI-Slot steckt, direkt auf dem Motherboard verlötet oder sonst wie verbaut ist, ist Rhythmbox, dank HAL, egal. Auch Hersteller und Modell sind für das Programm relativ uninteressant, denn auch es sendet seine Soundsignale ja an HAL und der sendet das an die Soundkarte. Zusätzlich übernahm HAL auch die Aufgabe auf sogenannte Hotplugin-Events, wie das einstecken eines USB-Sticks. Rhythmbox erkannte, dass gerade ein iPod eingestöpselt wurde, weil HAL solche Vorgänge erkannte und entsprechend meldete.
Die Gründe warum sich Fedora nach knapp 3 Jahren von HAL trennt, sind recht einfach: HAL wird nicht mehr weiterentwickelt und die meisten seiner Entwickler wollen das Projekt sterben lassen. Außerdem sind nahezu alle HAL-Entwickler mittlerweile damit beschäftigt udev weiterzuentwickeln.
Für Lovelock, der Versionsname von Fedora 15, verschwindet also HAL. Für die aktuell supporteten Versionen 13 und 14 ändert sich jedoch nichts. Das gleiche gilt für die Red Hat Enterprise Linux (rhel) Versionen 4, 5 und 6.