Gnome-Shell braucht bald keine 3D Beschleunigung mehr

Ich bin gerade auf identi.ca über einen interessanten Blog-Eintrag von Adam Williamson gestolpert. In dem schreibt er über das kommende Release von fedora 16, am kommenden Dienstag. Und, was noch viel spannender ist, über eine Neuerung in fedora 17:
Die Gnome-Shell wird demnach ohne 3D Beschleunigung auskommen. Das ist natürlich eine riesen Verbesserung, da nun der Fallback-Mode nun nicht mehr wirklich gebraucht wird. So wird es natürlich auch möglich sein, die Shell in einer virtuellen Maschine zu nutzen. Einen Screenshot dazu kann man in seinem Blog „bewundern“. Das Ganze soll demnächst in rawhide, dem Entwicklerzweig von fedora, eintreffen.

Erkauft wird dieser Vorteil durch mehr CPU Power: Alles, was normalerweise die Grafikkarte machen würde, muss dann die CPU machen.

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Goodbye HAL!

Nun ist es soweit: Fedora verabschiedet sich mit der Version 15 endgültig vom Hardware Abstraction Layer, kurz HAL. Dies verkündete Richard Hughes auf der entsprechenden Entwickler-Mailing-Liste. udev soll die Aufgaben ab sofort übernehmen.
HAL hatte (und hat) die Aufgabe, für Anwendungen ein Interface für die benötigte Hardware bereit zustellen. Mit einer solchen Abstraktionsschicht ist es, z.B.: für das Musikprogramm Rhythmbox egal, welche Soundkarte wirklich verbaut ist, Hauptsache es ist eine vorhanden.Das udev Logo Ob diese Soundkarte nun über in einem PCI-Slot steckt, direkt auf dem Motherboard verlötet oder sonst wie verbaut ist, ist Rhythmbox, dank HAL, egal. Auch Hersteller und Modell sind für das Programm relativ uninteressant, denn auch es sendet seine Soundsignale ja an HAL und der sendet das an die Soundkarte. Zusätzlich übernahm HAL auch die Aufgabe auf sogenannte Hotplugin-Events, wie das einstecken eines USB-Sticks. Rhythmbox erkannte, dass gerade ein iPod eingestöpselt wurde, weil HAL solche Vorgänge erkannte und entsprechend meldete.
Die Gründe warum sich Fedora nach knapp 3 Jahren von HAL trennt, sind recht einfach: HAL wird nicht mehr weiterentwickelt und die meisten seiner Entwickler wollen das Projekt sterben lassen. Außerdem sind nahezu alle HAL-Entwickler mittlerweile damit beschäftigt udev weiterzuentwickeln.
Für Lovelock, der Versionsname von Fedora 15, verschwindet also HAL. Für die aktuell supporteten Versionen 13 und 14 ändert sich jedoch nichts. Das gleiche gilt für die Red Hat Enterprise Linux (rhel) Versionen 4, 5 und 6.

Rawhide!

Keep movin‘, movin‘, movin‘
Though their disapprovin‘
— Rawhide Theme Song

Anfangs des Jahres fand, wie beschrieben, die Umstrukturierung innerhalb Rawhides statt. Nun ist das Endes des Jahres erreicht und 2 neue Version von Fedora haben das Licht der Welt erblickt. Es gab also genügen Zeit, die Repo-Struktur zu testen und die Dokumentation aufholen zu lassen. Ein guter Zeitpunkt sich einen Überblick zu verschaffen.
Es gibt zumindest theoretisch 2 Entwicklungszweige. Der eine hört auf den flauschigen Namen „Branched“ und der andere auf den schon bekannten Namen „Rawhide“.

Branched

Das hier ist der Teil des Entwicklungszweiges, der in naher Zukunft die nächste Fedora-Version werden soll. Gebildet wird dieser Bereich aus dem Rawhide Zweig. Dafür wird der Rawhide Zweig zu dem Zeitpunkt eines alpha Releases eingefroren und nach Branched verschoben. Ab hier werden dann weniger neue Paket-Versionen eingespielt als Bugs gefixt. Das Ziel von ist ja eine stabile, neue Version von Fedora auf den Markt zu bringen. Aus diesem Grund wird auch Branched jenen Usern empfohlen, die eben keine Entwickler sind, aber trotzdem einen testenden Blick auf die zukünftige Version werfen wollen.
Es gibt verschiedene Wege auf Branched zu upgraden. Wer die volle Übersicht möchte, werfe einen gezielten Blick ins fedoraproject-Wiki. Hier ist ’nur‘ der Konsolen-Befehl, um von der aktuellen Fedora-Version (aka 14 „Laughlin“) zu Branched zu kommen:
~]# yum --releasever=15 --disablerepo=updates --enablerepo=updates-testing upgrade
Hinweis: Das funktioniert natürlich nur, wenn es auch eine Testversion gibt. Zum jetzigen Zeitpunkt. Gibt’s das nicht, daher wird der Versuch auf Branched zu upgraden unweigerlich scheitern. Sobald sich das ändert, gibt’s hier ein Update, also aktiviert eure rss-reader

P.S.: Das letzte Wort zum flauschigen Branched hat die kleine Agnes aus „Ich – einfach unverbesserlich“

Rawhide

Wie der Name schon andeutet, gibt es hier das rohe Zeug. Die Pakete, die hier als ’normales‘ update eintrudeln, sind wenig bis gar nicht getestet, dafür ziemlich aktuell. Im Vergleich zu vergangenen Zeiten, in denen Rawhide der einzige Entwicklungszweig war, ändert sich wenig. Das Tempo der Upgrades ist ein klein wenig höher. Außerdem, und das ist wahrscheinlich die wichtigste Neuerung, wird Rawhide nicht mehr in den einzelnen Stadien einer Version (alpha, beta, Release Candidate) eingefroren. Damit ist Rawhide de facto ein Rolling Release (Pharisäer, Sophisten und ähnliche Zeitgenossen beachten bitte das ‚de facto‘), allerdings dürfte Rawhide zu instabil für einen langfristigen Einsatz sein.
Auch hier gibt es wieder mehrere Wege zum Ziel, als Rawhide, zu kommen und auch hier hilft der gezielte Blick ins fedoraproject-Wiki. Hier gibt es exemplarisch den gewohnten Weg über die Konsole einer existierenden Fedora Installation:
~]# yum install fedora-release-rawhide
~]# yum --disablerepo=* --enablerepo=rawhide upgrade

Hinweis: Zitat: „This method is available but not recommended for anyone except the bravest testers. Anaconda can make changes that are outside of the ability for the packaging system to handle. (…) Remember that Rawhide installations in general may need to be wiped and re-installed from scratch at any time.“ Ihr wurdet gewarnt…

Ein paar Worte zum Schluss

So, nachdem ihr wahrscheinlich die letzten beiden Befehle per copy/paste in eure Konsole geschmissen habt und das Upgrade schon läuft, hier noch ein paar Hinweise:

  • Der Autor übernimmt keinerlei Haftung für beschädigte Hard- und/oder Software oder vergewaltigte Meerschweinchen.
  • Habt immer ein Backup. Besser 2.
  • Habt immer ein stabiles System in der Hinterhand (Nein, Redmonds 7 gehört nicht dazu!). Igby empfiehlt hier CentOS oder Debian stable.
  • Habt Spaß!

Euer Igby