Igby empfiehlt: Fahrenheit 451

Was uns not tut, ist nicht, verschont zu werden. Was uns not tut, ist von Zeit zu Zeit richtig aufgestört zu werden. – Ray Bradbury, Fahrenheit 451

Heute ist ein besonderer Tag, den heute tritt Artikel 1 des Gesetzes zur Bekämpfung der Kinderpornographie in Kommunikationsnetzen, auch bekannt als Zugangserschwerungsgesetz, in Kraft.
Zwar gibt es einen Erlass des Ministeriums für Liebe Innenministeriums der dieses ach-so-tolle Gesetz de facto wieder aufhebt, aber Erlasse lassen sich schnell und einfach wieder entfernen, wenn mal man keiner hin guckt, so zum Halbfinale der Fußballweltmeisterschaft als Beispiel.
Und um dieses denkwürdigen Tag zu feiern, möchte ich Euch ein Buch ans Herz legen. Es heißt „Fahrenheit 451“ und ist von Ray Bradbury. Es ist, wie könnte es anders sein, eine Dystopie ähnlich wie Orwells „1984“. Worum geht es? Nun, am besten zitiere ich die Einleitung bei Wikipedia:

Fahrenheit 451 spielt in einem Staat, in dem es als schweres Verbrechen gilt, Bücher zu besitzen oder zu lesen. Die Gesellschaft wird vom politischen System abhängig, anonym und unmündig gehalten. Drogen und Videowände lassen keine Langeweile aufkommen. Selbstständiges Denken gilt als gefährlich, da es zu anti-sozialem Verhalten führe und so die Gesellschaft destabilisiere. Bücher gelten als Hauptgründe für ein nicht systemkonformes Denken und Handeln.
Die noch vorhandenen Bücher aufzuspüren und zu vernichten ist Aufgabe der Feuerwehr. Die Bücher werden an Ort und Stelle angezündet. Mechanische Hunde helfen beim Aufspüren der Bücher. Die Maschinen jagen Buchbesitzer und Staatsfeinde und fangen oder töten diese. Auf den Helmen und Uniformen der Feuerwehr steht die Zahl 451, jene Fahrenheit-Temperatur, bei der Papier Feuer fängt und Bücher sich entzünden.

Das Buch ist bei Hyne-verlag erschienen und gibt es bei Amazon käuflich zu erwerben. Natürlich ist das Buch auch verfilmt worden. Es gibt eine direkte Verfilmung von François Truffaut (ebenfalls bei Amazon). Und eine Hollywood-Variante, also stark aufgepeppt, die ihre inhaltliche Nähe zum Roman aber kaum verbergen kann. Wer diesen „Feiertag“ musikalisch begehen möchte, dem sei das Debüt-Album von Rage Against The Machine empfohlen. Selten wurde politische Wut besser vertont.


In diesem Sinne: Anger is a gift!
Igby

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